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Köhlers Rücktritt: 

    
    
         
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  der heilsame Nadelstich in eine dicke Eiterbeule
   
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zuletzt aktualisiert  22.06.2010 12:18


- der heilsame
  Nadelstich in eine mediale Eiterbeule 
  

Also das sollte bei uns allen in Deutschland nun wirklich die roten Lampen angehen lassen. Allesamt fühlen sie sich erwischt  und wehren landauf landab nun erst mal eifrigst ab mit überaus schlauen Pseudopsychoanalysen und Unwahrheiten über den scheidenden Bundespräsidenten Horst Köhler.

Es ist unfassbar, was die Journalisten, Kommentatoren, Meinungsmacher, Medienchefs und hauptschuldig  involvierten Politiker sich jetzt im Umgang mit Köhlers Rücktritt an ‚schlauen’ Urteilen leisten.  In der Runde dieser erlauchten schreibenden Zunft und Politiker , wirkt Köhlers Rücktritt __wie der Nadelstich in eine dicke Eiterbeule__, die dringend geöffnet werden musste. Denn sie alle merken schon gar nicht mehr wie grundgesetzwidrig und kriegslüstern sie sich der Medien bedienen und wie sie permanent selber verfassungswidrig § 4 gegen § 1 anwenden.

Aber noch, so scheint' s,  begreift das niemand. Denn da kommt einem zunächst natürlich die ganze Soße entgegen und alle Welt wird damit besudelt, redet im gleichen Ton mit. 

Es wird jetzt dauern, bis diese faulende Wunde wieder heil wird. Aber der Stich war für die Republik dringend notwendig. Und zwar genau jetzt. 

>>Horst Köhler ist beleidigt und gekränkt. Missverstanden, und zu Unrecht kritisiert fühlt er sich.<<.... so und ähnlich tönt es landauf landab...

Ich glaub’ s doch wohl!  Das genau ist so ein Eiter. Haben die alle nicht zugehört? Diese Eiterbeule erreichte jetzt den Gipfel, dass man am Mikrofon locker vor aller Welt einem Bundespräsidenten Verfassungsbruch vorwarf. Das ist unfassbar. 

Aber noch unfassbarer ist, dass für dieselben Medien die Verfassung offenbar nicht mehr sonderlich gilt, da sie allesamt tönen, sie verstünden diesen Rücktritt nicht, er sei nicht notwendig gewesen, wie sogar ein Prof. Arnulf Baring in einem ersten Interview glaubt von sich geben zu müssen, womit er natürlich für viele die Weichen stellte. Wollen sie alle damit vertuschen und verharmlosen, wie verfassungswidrig wir alle inzwischen mit der Verfassung umgehen. Es wird über alles mögliche an Köhlers Verhalten geschwafelt, nicht aber darüber, dass einem integren Bundespräsidenten locker vom Hocker vor aller Welt, ohne zuvor nicht wenigstens eine diskrete rechtsstaatliche Klärung und Unschuldsvermutung zu bemühen, Verfassungsbruch  vorgeworfen wurde, sodass Rücktritt für ihn die einzige mögliche Antwort sein kann.

Wenn jedenfalls einem Bundespräsidenten, also dem, der durch seine Unterschrift unter Gesetze der letzte Hüter der Verfassung ist, so massiv, also medial breit getreten, Verfassungswidrigkeit vorgeworfen wird, dann bleibt aus zwei Gründen nur der Rücktritt: 
1) Selbst wenn Verfassungswidrigkeit nicht gegeben ist, so bleibt die Tatsache des Verlusts an Autorität, was gleich gewichtig ist. 
2) Verlust der Glaubwürdigkeit. - Selbst wenn er sie bislang hatte. Glaubwürdigkeit kann man angesichts solch massiver Angriffe gegen ein Staatsoberhaupt nicht zurück diskutieren. 

Selbst wenn, wie hier, die Attacken um kindischer, parteipolitischer Machtspiele willen von Politikern zum Schaden aller  vom Stapel gelassen wurden, kann für den Präsidenten unter solchen Vorzeichen nur Rücktritt die Antwort sein.

Nachdem der Angriff passiert war, wäre der Rücktritt eventuell dadurch zu vermeiden gewesen, - doch das bliebe fragwürdig -   wenn die, die den Vorwurf aus unhaltbar unverschämten Gründen für eigene parteipolitische Ziele benutzt haben, sich  unaufgefordert unüberhörbar  entschuldigen oder offiziell wegen Verstoßes gegen §1 angeklagt würden. Wenn nichts dergleichen in Gang kommt, bleibt für den, der die Verfassung qua Amt vertritt, ansonsten aber keine Macht hat, nur der sofortige Rücktritt. 

Der schwarze Peter liegt wahrlich bei denen,  die auf den Vorwürfen geritten sind - und bleibt dort liegen, solange sie sich nicht tatsächlich öffentlich entschuldigen -. Fragt sich wer letztlich diese Reiterei warum inszeniert hat.  


Durch die zunehmende,  journalistisch  mediale Verstärkung kriegerisch aggressiver Kommunikation
driftet unsere Gesellschaft  immer mehr  in einen üblen emotionalen Kriegsschauplatz ab, fern jeder gesunden  Streitkultur, womit wir blindlings die Grundlagen unserer freiheitlichen Demokratie zerstören.  Die meisten Meinungsmacher merken das selber schon gar nicht mehr und haben vergessen, dass Meinungsfreiheit nicht gleich Meinungskrieg bedeutet. Und bei den Politikern werden Wahlkämpfe zu Kriegen gegen Personen anstatt zu Wettstreit um die besten Lösungen.  

Krieg ist immer Krieg, ob nun mit Waffen oder mit zwischenmenschlichen Aggressionen. Das alles beginnt im Inneren der Menschen, bedient sich der ansonsten neutralen Gefühle, die sich dann ihre Waffen basteln. Wenn wir vermeintlichen  Demokraten den Krieg nicht an dieser wahren Wurzel packen und überwinden, wird die Freiheit keinen Bestand haben. Köhlers Rücktritt hat gezeigt, wie riskant wir bereits wieder abdriften.


Die Diskrepanz zwischen all den hervorsprudelnden äußerst beschämenden Stellungnahmen der medialen öffentlichen Meinung zum Rücktritt Köhlers zeigt, im Gegensatz zu der des Volkes, wie es um die deutschen Meinungsmacher inklusive Politiker bestellt ist, die sich gekonnt ihrer bedienen und umgekehrt. Die Verfassung hat wohl nur noch zur Durchsetzung eigener Privilegien Bedeutung? Oder was? Es ist diese elende medial emotionale Aufheizung zu üblen kriegerischen Macht- und Konkurrenzspielen unter der politischen und gesellschaftlichen 'Elite', oft mittels psychologischer Fehldeutung, sprich Psychomobbing durch die Medien, was unsere Demokratie zugrunde richtet. Die elende männliche Kriegslust feiert mit Hilfe der Medien  in unserer Demokratie fröhliche Auferstehung.
Genau deshalb, eben damit diese üble gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland einmal zutage tritt und erkannt und überwunden werden kann, musste das jetzt geschehen. Um einen hohen Preis leider, aber befreiend. … ..Vorausgesetzt, man deckt den Eiter nicht wieder neu zu.

Noch ein letztes Wort dazu: 

Wenn ein Präsident sich zum Schutz des Volkes erstmals in unserer bundesrepublikanischen  Geschichte zu solchem ungewöhnlichen, schmerzlichen Schritt veranlasst sieht, ist es absolut irrelevant, wie er dies angesichts der Wucht dieser schicksalhaften Herausforderung über die Bühne bringt.  Haben all die schlauen selbsternannten Therapeuten keine Antenne mehr zu Geist und Seele, wenn sie sich daran festbeißen, ob der Präsident nun vom Blatt abliest,  oder wann er wie oft den Blick senkt und  hebt...   

Ich glaub' s doch wohl...

Köhler ist nicht - wie manch einer wohlmeinend auch schreibt, zurückgetreten,  weil er sich das nicht mehr antun wollte, sondern weil er uns allen dringend bewusst machen sollte, was wir uns selber  - d.h. unserer freiheitlichen Demokratie -  schon seit geraumer Zeit höchst riskant antun, nämlich Krieg! Nicht in Afghanistan oder Somalia, nein, hier mitten unter uns mit den Mitteln der Medien übler zwischenmenschlicher Krieg hochgezüchteter Aggressionen und Emotionen, die ohne die Nachhilfe der Medien diesen Pegel nie erreichen würden. Horst Köhlers Rücktritt hat das so recht plastisch vor Augen geführt. 

Mögen die Augen aller aufgehen und diese Krankheit überwinden, ehe es wieder mal zu spät ist.

Die Frage bleibt, ist diese Entwicklung eine Art Selbstläufer oder wird sie gezielt angeheizt.    ... d.h. ist es überhaupt noch eine Frage

Möglich ist jedenfalls beides

Und es wird gewiss auch beides im Gange sein. Der Weg der Überwindung ist aber in beiden Fällen gleich. Mithin braucht man nicht allzu viel Zeit mit derlei Ursachenforschung vertun. Das Phänomen muss nur klar erkannt und alle Aufmerksamkeit der Überwindung gewidmet werden.

 
(Elisabeth)


                                             

       

 

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